Die Seele
Juni 29, 2008
Die Seele des Menschen ist gleichzeitig sein Geist. Damit stelle ich mich hier entschieden gegen die Aufteilung Geist – Seele als unterschiedliche Dinge.
Die Seele ist der immaterielle Teil des Menschen, und wie sein materieller Teil, ist sie Teil des gesamten Seins. Sie ist der Teil des Geistes der Welt, d.h. des Gottes, des Logos, des Nomoi. Damit ist diese nicht nur ein passiver “Prozessor” oder “Software”, sondern kann selber – zu ihrem geringen, aber aus Sicht des Menschen großen Teil – beitragen, die Welt sowohl materiell (als Wille, der ausgeführt wird), wie geistig (als Teil des Gesamtgeistes) zu verändern.
Da die Seele mit dem Geist der Welt wesensverwandt ist (ebenso wie der Mensch mit der Welt, nur hier ist die Verwandtschaft näher, kleiner, wesentlicher), kann man durch die Seele die Harmonie und den Sinn des Weltgeistes, Gottes, besser verstehen. Außerdem dient sie als eine Art “Kompass”, der das korrigiert, was einererseits unsere Sinne (die subjektiver sind, die kaputt gehen, die von der sich veränderten Umgebung wie Geographie, Wetter, Uhrzeit, Gesundheit, leicht beeinflussen lassen) erkennen, und diese Sinneserkenntnise auszubesser, bzw. in einen objektiveren Kontext zu stellen. Denn die Seele ist, die der Nomoi, die eigentliche Kraft, während das materielle eher eine Hülle ist, die bewegt wird.
Die Seele ist genauso unsterblich wie sterblich wie der Logos und der Gott selbst – man kann es nicht sagen. Ich glaube aber, daß die Seele als Teil Gottes und der Welt unsterblich ist, wie auch keinen Anfang oder Ende hat. Nur wird sie zu der Zeit, wo sie mit einem Mensch verbunden wird, in diesem eingeschränkt. Wenn der Körper und die Seele sich jedoch trennen, lebt die Seele zwar fort, jedoch nicht persönlich, sondern – wie der Körper übrigens auch! – verwandelt sie sich wieder in dem Gesamten, geht darin auf, so wie der Körper bei der Verwesung auch nicht “verschwindet”, sondern sich in andere Moleküle (der Erdmasse, der Würmer, der Luft, des Wassers) “verwandelt”. Auch dieser ist so gesehen unsterblich. Sterblich ist nur der “Mensch”, als eine temporäre Kombination von materiellen und geistigen Elementen.
Während der Lebenszeit des Menschen kann aber dessen Seele, “seine Seele”, genauso wie sein Körper, durch dieses Menschen selbst und der anderen äußeren Einflüsse sich verändern: Wachsen, schrumpfen, stärker, schwächer werden, je nachdem wie viel sie “Nahrung” und “Übung” bekommt. Schwere Schläge können zu immerbleibenden “Wunden” führen, manche Tätigkeiten können wie Massage wohtuend sein. Das geistige “Klima” kann über Jahre, aber vor allem in den ersten Lebensjahren genauso wie das geografische Klima entscheidend prägen.
Allerdings kann man in der Seele eines Menschen, wie in der Welt selbst, sowohl Gutes wie Böses finden, pflegen, und es liegt an uns, was wir mit dem darin schlummernden anfangen werden.