Das Gewissen, die Freiheit, der Zufall, die Entwicklung
September 8, 2008
Nichts bindet den Menschen in seinen Entscheidungen wie sein Gewissen. Das Gewissen zusammen mit seiner Freiheit. Wir sind in jeder Entscheidung vollkommen frei (unabhängig jetzt davon, ob die Durchführung gelingen kann), können aber nie den Hinweis, den „Ratschlag“ des Gewissens ausblenden. Einerseits also der Wille, der identisch mit uns ist, andererseits aber das Gewissen, das ein „Kompass des Welt-Seins, des Gottes in uns ist“.
Keine anderen Faktoren als diese zwei können uns so authentisch und stark bestimmen, wie dieses Paar: Gewissen und die Freiheit. Keine äußerlich, gesellschaftlich, traditionell oder religiös zusammengebastelten Regeln („Moral“, „Ethik“, „Gesetze“, „Traditionen“) können wir uns glaubhaft und „gelebt“ werden. Klar, wir fügen uns oft solchen „äußeren Regeln“, doch authentisch sind diese für uns nie zur Gänze.
Je mehr wir an unseren eigenen Erkenntnis arbeiten und je mehr wir weiter erkennen und das Universum, das Sein verstehen, desto weniger glaubhaft und brauchbar sind uns diese Regeln. Wir entwickleln eigene Grundsätze des Tuns, die uns authentisch, natürlich, vertraut und vertrauensvoll sind. Jeder Mensch sollte ein eigenes Regelwerk haben, es entwickeln, und sich daran halten. Mag es fehlerhaft sein – es ist dann dazu da, von uns ausgebessert zu werden, nachdem wir aus eigenen Fehlern gelernt haben. Denn dann können wir auch niemanden die Schuld („blöde Gesetze“, „falsche Ethik“, „verlogene/wirklichkeitsferne Moral“) zuschieben. Diese eigenen Regeln sind ein Ergebnis des Ichs (Wille, Freiheit) und – mithilfe des Gewissens – des Seins. Und können natürlich nur für den einen Menschen gelten, der sie sich erarbeitet hatte.
Somit kann der Mensch durchaus immer besser werden, indem er an sich arbeitet, und durch jeden Akt auch sich selbst bestärkt und verändert – der Harmonie mit dem Sein näher bringt.
Man soll auch Werte haben, Werte kennen, und sich daran halten, denn deren Fehlen oder falsche Werte „verflachen“ oder „verirren“ den Menschen. Aber, nochmal, es müssen eigene, eigens entwickelte Werte sein. Oder zumindest – wenn wir eine gute Idee hören und aufnehmen wollen – eigens durchdachte, durch die eigene Erkenntnis überprüfte und bestätigte Werte und Ideen.