Der Zufall
Dezember 1, 2008
Der Zufall dient oft als Erklärung oder Entschuldigung für Geschehnisse, die wir schlecht oder schwach klassifizieren, definieren, erklären können. Vor allem bei negativen Geschehnissen, die wir dazu nicht verstehen können, reden wir gerne vom „Unglücksfall“, „bösem Zufall“, „Pech“.
Abgesehen davon, daß wir da uns öfter über die „negativen Zufälle“ ärgern, und es sogar als „Verschörungstheorie des Weltalls gegen uns“ darstellen, wird der „Zufall“ gerne als Ausrede für unsere Unkenntnis genommen.
Die Seele
Juni 29, 2008
Die Seele des Menschen ist gleichzeitig sein Geist. Damit stelle ich mich hier entschieden gegen die Aufteilung Geist – Seele als unterschiedliche Dinge.
Die Seele ist der immaterielle Teil des Menschen, und wie sein materieller Teil, ist sie Teil des gesamten Seins. Sie ist der Teil des Geistes der Welt, d.h. des Gottes, des Logos, des Nomoi. Damit ist diese nicht nur ein passiver „Prozessor“ oder „Software“, sondern kann selber – zu ihrem geringen, aber aus Sicht des Menschen großen Teil – beitragen, die Welt sowohl materiell (als Wille, der ausgeführt wird), wie geistig (als Teil des Gesamtgeistes) zu verändern.
Da die Seele mit dem Geist der Welt wesensverwandt ist (ebenso wie der Mensch mit der Welt, nur hier ist die Verwandtschaft näher, kleiner, wesentlicher), kann man durch die Seele die Harmonie und den Sinn des Weltgeistes, Gottes, besser verstehen. Außerdem dient sie als eine Art „Kompass“, der das korrigiert, was einererseits unsere Sinne (die subjektiver sind, die kaputt gehen, die von der sich veränderten Umgebung wie Geographie, Wetter, Uhrzeit, Gesundheit, leicht beeinflussen lassen) erkennen, und diese Sinneserkenntnise auszubesser, bzw. in einen objektiveren Kontext zu stellen. Denn die Seele ist, die der Nomoi, die eigentliche Kraft, während das materielle eher eine Hülle ist, die bewegt wird.
Die Seele ist genauso unsterblich wie sterblich wie der Logos und der Gott selbst – man kann es nicht sagen. Ich glaube aber, daß die Seele als Teil Gottes und der Welt unsterblich ist, wie auch keinen Anfang oder Ende hat. Nur wird sie zu der Zeit, wo sie mit einem Mensch verbunden wird, in diesem eingeschränkt. Wenn der Körper und die Seele sich jedoch trennen, lebt die Seele zwar fort, jedoch nicht persönlich, sondern – wie der Körper übrigens auch! – verwandelt sie sich wieder in dem Gesamten, geht darin auf, so wie der Körper bei der Verwesung auch nicht „verschwindet“, sondern sich in andere Moleküle (der Erdmasse, der Würmer, der Luft, des Wassers) „verwandelt“. Auch dieser ist so gesehen unsterblich. Sterblich ist nur der „Mensch“, als eine temporäre Kombination von materiellen und geistigen Elementen.
Während der Lebenszeit des Menschen kann aber dessen Seele, „seine Seele“, genauso wie sein Körper, durch dieses Menschen selbst und der anderen äußeren Einflüsse sich verändern: Wachsen, schrumpfen, stärker, schwächer werden, je nachdem wie viel sie „Nahrung“ und „Übung“ bekommt. Schwere Schläge können zu immerbleibenden „Wunden“ führen, manche Tätigkeiten können wie Massage wohtuend sein. Das geistige „Klima“ kann über Jahre, aber vor allem in den ersten Lebensjahren genauso wie das geografische Klima entscheidend prägen.
Allerdings kann man in der Seele eines Menschen, wie in der Welt selbst, sowohl Gutes wie Böses finden, pflegen, und es liegt an uns, was wir mit dem darin schlummernden anfangen werden.
Veränderung und Erscheinungen
Mai 21, 2008
Wie schon vorhin gesagt, sind die Menschen, wie auch alle anderen Dinge – einerseits geistig, anderseits materiell – alle Teile des gesamten Seins. Alle sind wir als Objekte – Erscheinungen. Denn real gesehen, gibt es „uns“ bzw. „die Grashalme“ bzw. „die Planeten“ nicht, genauso wenig wie es „meine Erinnerung“, „die Kraft des Flusses Nil“ oder „das Bewußtsein eines Stiers“ nicht gibt. Es sind alles Teilbetrachtungen, Ausschnitte des Ganzen, und somit nur Erscheinungen.
Es gibt meiner Meinung nach auch keinen Unterschied zwischen „lebenden“ oder „nicht lebenden“ Objekten. Da alles Erscheinungen sind, und diese wiederum selber in kleinste Elemente unterteilt werden können, existieren nur diese kleinsten Elemente der Materie bzw. Energieeinheiten, die nur aus unserer Sicht, in der jeweiligen temporären Kombination oder Ansicht („Mensch“, „Planet“, „Stein“) „leben“ oder „nicht leben“. Denn – „lebt“ ein Planet? Da müßte man eben den Begriff „Planet“ genau definieren: mit oder ohne den darauf und darin existerenden „Lebewesen“ (Menschen, Würmer, Bakterien).
Da es diese „lebend“/“nicht lebend“-Unterscheidung nicht gibt, gibt es auch keinen „Tod“ oder kein „Leben“ in dem Sinne, wie es meist durch den Menschen verstanden und definiert wird. Es sind die Teil-Erscheinungen des Seins, die leben, sterben, geboren werden, sich entwicklen, altern, zerfallen etc.
Natürlich, aus der Sicht des Menschen, kann man das Ende einer gewissen Konfiguration von Elementen des Ganzen („Mensch“, „Kaninchen“) als „Tod“ bezeichnen, oder das Entstehen dieser als „Geburt“, die Existenz als „Leben“. Doch sind es nur konventionelle Definitionen („Mensch“, „Stein“, „Grashalm“), die als Denk- und Kommunikationsmodelle aushelfen.
Die Erscheinungen sind umso mehr sichtbar, umso mehr die Kraft des Geistes diese bündelt, auch wenn das ebenfalls nur eine Erscheinung ist. Der Mensch hat – als Teil des ganzen Seins – auch zum Teil den Geist und die Kraft des ganzen Seins. Somit kann er. z.B. ein Fahrrad bauen, d.h. einzelne Elemente der Materie durch Elemente seines Geistes (Wissen, Wille) derart formen, daß diese als ein Objekt erscheinen. Während in der Realität sowohl alle materiellen Elemente (Teile des Menschen, des Fahrrads, der Straße, die Luft dazwischen) nicht unterschiedlich und nicht getrennt sind, scheinen sie für den Menschen getrennt. Auch der Geist des Menschen ist nicht von dem gesamten Geist und Kraft des Seins zu trennen, höchstens als Teil zu definieren. Oder wie Pitagoras sagte: Das Werden ist nur das Begrenzen des Unbegrenzten.
Daß all dies Erscheinungen sind, bedeutet es nicht, daß sie nicht existeren oder nichts bewirken. Mag die Perspektive des Menschen ärmlich und subjektiv sein, dennoch sind Veränderungen eine Tatsache. Denn alles ist zwar diesselbe Substanz, materiell bzw. geistig, die sich aber im immerwährenden Wandel befindet. Weniger materiell und energetisch (denn da werden nur Teilchen verschoben, zusammengefügt, in Energie umgewandelt etc.), da könnte man fast nach Parmenides sagen, daß alles eins sei und sich nichts bewegt/verändert (und es nur uns so scheint, daß sich etwas ändert.)
Ebenso im immerwährenden Wandel befinden sich die Zusammenhänge und Kräfte des Geistes, egal ob es eine größere Wirkung seitens des Gottes ist, oder eine winzige seitens des Menschen. Hier gibt es aber einen qualitativen Unterschied zur Materie. Denn diese kann sich nicht wirklich entwickeln, sie ist nur ein Medium, während der Geist – positiv oder negativ – Einfluß auf andere geistig bedingte Objekte und Erscheinungen haben kann. Wenn ich mit einem Messer ein Gemälde zerschneide, mag sich aus der materiellen Sicht nichts verändert zu haben, doch geistig durchaus: Diese Veränderung kann in jemanden positive oder negative Gefühle erzeugen, kann jemanden zu Ideen und Taten inspirieren (zum Nachfolgen oder zur Sicherheitsvorkehrungen), es kann jemandes Wissen beeinflussen (jemand lernt nichts aus dem Inhalt des Bildes, oder jemand entdeckt durch den Schnitt etwas an der Rückseite).
Offen ist noch für mich, ob sich diese geistigen Bewegungen auch nur ausgleichen, und zwar ständig, und ob dadurch vielleicht in Summe sich (im Sein, in der Welt, im Gott) nichts ändert, oder ob sich – sollten sich die geistigen Kräfte nicht immer ausgleichen – doch etwas ändert.
(Klar ist mir, daß es keine zyklische Veränderung oder einen zyklischen Prozess der Welt gibt. Höchstens als lokale oder temporäre Erscheinung, aber eben nur Erscheinung. Vor allem aber ist der Begriff „zyklisch“ schon nur aus menschlicher Sicht sinnvoll, da er von dem Begriff der „Zeit“ abhängt – welche jedoch für das Sein nicht existiert.)
Die geistige und materielle Einheit des Seins
Mai 16, 2008
Das Sein, und somit die Welt, hat zwei Arten der Existenz: die geistige und die materielle. Daraus folgt, daß alle Wesen, Gegenstände der Welt in ihrer grundsätzlichen Art damit homogen sind – denn sie sind jeweils ein Teil des ganzen Seins. Das gilt sowohl für das Geistige, wie auch für das Materielle. In beiden Fällen sind sowohl wir Menschen, wie auch andere Tiere, andere Lebewesen, und alle Naturgegenstände mit dem Universum strikt wesensverwandt. Wir sind alle dessen Teil. Es besteht wiederum aus uns allen.
Wir erscheinen vielleicht als einzelne Wesen, als Inseln oder eigene Existenzen, doch sind es eben nur Erscheinungen.
Da das Sein identisch mit Gott ist, sind wir auch alle Teil Gottes, und Gott ist aus uns allen zusammengesetzt. Allerdings gilt hier nicht die Proportionalität (Größe, Alter, Kraft, Häufigkeit, etc.), denn dann wäre mehr Gott in einem Elefanten als in einem Mensch, mehr Gott in einem kahlen Berg als in einem blühenden Baum. Eine zu platte Vorstellung, als das sie göttlich sein könnte.
Aus dem oberen folgt, daß Gott (=das Sein) in sich alle augenscheinlichen Gegensätze in sich vereinigt, und somit den Ausgleich, die Harmonie darstellt. Diese Gegensätze sind oft das, was wir sehen, was uns erscheint.
Der Geist ist von der Materie wesensverschieden, es ist eine Kraft, Energie. Man kann aber nicht sagen, daß es überall präsent ist (räumliche oder zeitliche Definitionen gelten nicht für den gesamten Geist des Seins). Daraus folgt, daß man auch nicht behaupten kann, daß der Geist immer und zwingend über der Materie herrscht, diese kontrolliert und leitet. Es ist ähnlich, wie der Geist des Menschen – der auch nicht völlig und immer seine Gliedmaßen und Organe beherrscht.
Es besteht die Möglichkeit, daß in manchen Fällen der Geist die Materie beherrscht („ich weiß, wie man eine Tür öffnet, ich will sie öffnen – also tue ich es“), aber genauso daß die Materie den Geist beherrscht („ich will lieber weiter lesen, muss jedoch aufs Klo“), oder aber diesen hindert („ich will die Tür öffnen, weiß aber nicht wie – oder weiß wie, habe den Schlüssel nicht, und zu wenig Kraft, diese aufzubrechen“)
Grundsätzliches über das Universum
April 20, 2008
Das Weltall hat keinen Anfang und auch kein Ende, weder zeitlich noch räumlich. Somit wurde es nicht von jemanden (oder von „sich selbst“) irgendwann erschaffen. Es war immer, und wird immer sein. Räumliche Grenzen hat es keine. Damit meine ich das GESAMTE Universum, d.h. es mag durchaus sein, daß „der von uns wahrgenommene“ Teil des Weltalls mal entstanden ist und räumliche Grenzen hat (es gibt auch phys. Theorien über die Begrenztheit „unseres“ Universums), jedoch gibt es aus meiner Sicht keine logischen Gründe für ein „Entstehen“, für ein „Ende“, für dessen „Grenzen“.
Das bedeutet auch, daß es keinen „Schöpfer“ gibt, und wenn es einen Gott gibt, dann ist er – als Kraft – das ganze oder ein Teil des Universums, das aber von ihm nicht erschaffen wurde.
Die Ideen der „Zeit“ und des „Raumes“ sind rein menschliche Hilfsdefinitionen, mit denen der Mensch versucht, sein Leben und das von ihm wahrgenommene Weltbild und die vorkommende Ereignisse zu erklären. Das bedeutet aber noch lange nicht, daß diese Begriffe absolut für das tatsächliche Sein gelten können und sollen.
Dennoch gibt es eine „Veränderung“, zumindest aus menschlicher Sicht, und für diese Phänomene kann man durchaus mit „Zeit“ und „Raum“ arbeiten. Meiner Meinung nach gibt es im Weltall „Veränderungen“ (vorher war dieser Blog-Eintrag nicht existent, jetzt ist er da), woraus aber keinesfalls Schlüsse über die „Grenzen“ (zeitlich, räumlich) des Universums gezogen werden können. Ich sage aber: weil die Welt sich ständig in Veränderung befindet, ist es entweder so, daß sie sich in einem dauerndem Zustand des Erschaffens befindet, oder aber daß es nur Schein-Veränderungen und damit keine sind.
Die Welt ist nunmehr da, ob „erschaffen“ oder immer existent. Es gibt aber keine objektiven Schlüsse darauf, daß die Welt nach einer gewissen („göttlichen“) Ordnung geschaffen wurde. Unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse sind höchstens ein Bruchwissen, daß uns nie vollkommen eine „Logik / Ordnung“ des Universums wird erklären können. (Analog gibt es auch keinen „Chaos“ oder „Unordnung“). Daher gibt es auch keine Annahme, daß diese Welt einen „Sinn“ hat (oder „sinnlos“ sei). Auch diese Begriffe sind rein menschlich, erfunden weil benötigt.
Das Fehlen eines „Sinns“ bedeutet aus meiner Sicht aber nicht die Nicht-Existenz eines Gottes bzw. einer „Kraft“. Es ist wiedermal das menschliche Wunschdenken, daß man sich einen „Gott“ denkt, der „allem Sinn gibt“.
Die Welt ist das Sein ist der Gott. Und es ist eins.
Wenn es andere „Universen“ gibt, dann sind es – so wie „unseres“ – Teiluniversen, ob „räumlich“ oder in anderen Dimensionen, dennoch sind alle Teile eines Seins.
Diese, so wie alle andere Dinge, wie Planeten, Lebewesen, Minerale, Energien etc. sind bloß Erscheinungen der Teile des Seins und der Welt. Da sie der Welt Teile sind, haben sie dieselbe Natur, unterliegen denselben Energie und Materie. Alles besteht aus Teilen der Materie, wie auch aus Teilen der Energie (nomos). Somit sind auch wir Menschen Teil des Ganzen, sind dem Weltall wesensverwandt, und keineswegs -fremd.
Das Leben nach dem Tod
März 28, 2008
Ich glaube nicht an ein Leben oder Weiterexistieren des Menschen nach dessen Tod.
Das schließt für mich allerdings in keiner Weise die Möglichkeit der Existenz eines Gottes aus.
In den meisten Religionen bzw. Glaubensansätzen werden die beiden Punkte verknüpft, sogar sehr stark. Entweder enger – d.h. man glaubt an ein Weiterleben „im Himmel/Fegefeuer/Hölle“, „im Paradies“, „im Nirvana“ (Christentum, Islam, Hinduismus, die meisten s.g. „primitiven Glauben“, oder – in indirekter Form – man glaubt an ein Weiterleben als „Reinkarnation“, als „Geist“, als „Seele im Universum“.
Der Grund für eine solche Verknüpfung von „Gott“ einerseits, und „Weiterleben“ andererseits liegt in der Idee der „Gerechtigkeit“: Der Mensch hat den Eindruck, daß in „dieser Welt“ (ihm oder allgemein allen) keine Gerechtikgeit geschieht, und davon ausgehend, daß es eine solche „Gerechtigkeit“ auf jeden Fall in einer Welt geben sollte/müßte (wenn es schon einen „Gott“, der auch „gerecht“ sein sollte, gibt) – und daher wird diese „Gerechtigkeit“ in einer anderen Lebensform, nach dem Tod (oder im neuen Leben) wiederhergestellt, daß es dann doch zu einer Balance kommen muß.
Ein solcher Glaube (ein solcher Wunsch) beinhaltet zwei große Fehler: Erstens, man versucht, Gott zu definieren („er/sie/es muß gerecht sein“). Zweitens, die „Gerechtigkeit“ müsse und könne es geben, diese sei glücksbringend bzw. an sich „gut“. Außerdem macht damit der Mensch den „Gott“ zu seinem Diener (auch wenn in „Vater/Mutter/Herrscher/Lehrer“-Funktion): Man erwartet vom „Gott“, etwas für den Menschen tun zu müssen – die „Gerechtigkeit wiederherzustellen“ oder „eine weitere Chance einem Menschen zu geben“ (Reinkarnation).
In meinem Verständnis haben wir Menschen nicht nur kein Recht, sondern auch keine Fähigkeiten, nicht nur über die Existenz, sondern auch über die Ziele, Wertvorstellungen und das Tun Gotten zu urteilen. Mag sein, daß es Gott gibt, mag auch sein, daß es sogar Gerechtigkeit gibt, mag sein, daß es tatsächlich „ein Leben danach“ gibt. Ist es aber richtig (und gesund) für den Menschen, es zu erwarten? Kein Wunder, daß manche Religionen als „Opium fürs (dumme/arme) Volk“ ansehen.
Was meinen persönlichen Glauben angeht, so glaube ich zwar an einen „Gott“ (bzw. „Kraft“) , nicht aber an „ein Leben danach“. Aufrichtiger, auch wenn unpräziser und „es mir einfach machend“ würde ich sagen: Ich glaube eher, daß es einen Gott gibt, als daß es ihn nicht gibt, während ich es mit dem „Leben danach“ genau umgekehrt sehe: eher nicht.
Auch, weil ich es aus oben erwähnten Gründen für unanständig finde, daß der Mensch vom Gott etwas erwarten sollte, daß der Mensch einem Gott seine (des Menschen) Ideale vorschreibt („Gerechtigkeit“), und schließlich, weil ich es zu platt finde, daß die Welt so konstruiert sein sollte, daß alles immer („irgendwann“, „irgendwie“) aufgewogen wird.
Auf keinen Fall glaube ich an „Gottes Gerechtigkeit“. Schon eher, wenn schon ein „Weiterleben“, dann aufgrund von Gottes „weise Barmherzigkeit“: Jeder wird nach dem Tod weiterleben und beglückt werden. Aber eben nicht als „Lohn“, sondern als „unverdiente Überraschung“. Das wäre aber schon ein anderes Thema.
Schließlich finde ich die Vorstellung, das irdische Leben sei nur eine „Vorstufe“ zum „richtigen“ Leben-Danach, unmoralisch, sofern man gleichzeitig an Gott glaubt. Denn was wäre das für ein schrecklicher Gott, der mit uns ein Spiel treibt, dem wir als Experiment-Kaninchen dienen, der uns auf eine Probe stellt, und je nachdem wir uns verhalten, wird und ein besseres oder schlechters Jenseits, Belohnung oder Strafe, erwarten. Hat ein Gott sowas nötig??? Die Menschen sollten glauben, daß wenn sie was Gutes tun, dies nicht vor allem als „Plus für das Jenseits-Konto“ gewertet wird und Sinn hat, sondern daß es bereits in diesem Leben und direkt für die Beteiligten wichtig ist, Gutes zu tun. Ebenso bei bösen Taten. Beides gilt für unsere einzige Existenz, und hat Auswirkungen vor allem für uns – schon hier.
Wenn man all das bedenkt, verschwinden Gedanken wie „Wie kann Gott sowas hier auf Erden erlauben?“ oder wie „später wird es eine Strafe / eine Belohnung geben, und nur dafür lohnt es sich zu leben“.