Der Zufall: Oft Pech und selten Glück?

März 13, 2014


„Der Zufall“ dient uns Menschen oft als Erklärung oder gar Entschuldigung für Geschehnisse, die wir schlecht oder unzureichend klassifizieren und verstehen können. Vor allem bei negativen Geschehnissen nehmen wir davon Gebrauch, und reden gerne vom „Unglücksfall“, „blödem Zufall“, oder „Pech“.

Dazu drei Gedanken:

Erstens, es ist vielleicht psychologisch erklärbar, und dennoch lächerlich, daß wir uns mehr mit den „negativen Zufällen“ („Pech“) beschäftigen, also ärgern, oder es gar als eine „Verschwörung des Weltalls gegen uns“ sehen, als daß wir uns über die „positiven Zufälle“ („Glücksereignisse“) freuen. Nicht selten, in einer mittelfristigen Betrachtung des eigenen Schicksals, werden die gesammelten „guten Zufälle“ ausgeblendet, während die „schlechten“ in der Erinnerung und der Situationsbetrachtung hartnäckiger hängen bleiben.

Zweitens, es ist ohnehin sinnlos, sich über etwas, was man vorher selbst als „zufällig“ (also nicht vorhergesehen und/oder rational erklärbar) definiert hat, zu ärgern. Denn falls etwas „zufällig“ ist, hat es weder einen bewußten Ursprung oder „Erzeuger“, noch kann es absichtlich gegen uns gerichtet sein. Das selbe gilt natürlich auch für die „positiven Zufälle“ und die Freude daran. Dennoch ist es verständlich, und vielleicht auch gar nicht so ungesund, sich über das schlechte Wetter nicht zu freuen, über das schöne hingegen schon. Solange man mit den Emotionen nicht übertreibt und es zu persönlich nimmt. Hingegen ist das „zufällige“ Finden oder Verlieren eines 500-Euro-Scheins auf dem Bürgersteig weder „Glück“ noch „Pech“, es ist gar kein „Zufall“: Es wird schon einen Grund gegeben haben, daß ein Geldschein auf den Boden fiel, genauso ist es begründet, daß jemand diesen erblickt.

Drittens, was wir manchmal als „Zufall“ darstellen, ist oft nur unsere eigene Ausrede – für unsere Unkenntnis oder beschränkte Perspektive.

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